Historische Gräber auf Eiderstedt

Gemauerte Gruft mit verschlossener Stahltür
Gruft Römer-Becker (vermutlich 1793) auf dem Friedhof in Kotzenbüll

Gruft Römer-Becker in Kotzenbüll

Bestattete Familienmitglieder

Peter Becker
† 23.11.1865

Jacob Becker
*13.01.1808 in Kotzenbüll
† 15.10.1869 in Kotzenbüll
Sohn von Peter Becker

Margaretha Dorothea Becker, geb. Peters
*09.05.1828 in Grothusenkoog
† 05.04.1880 in Kotzenbüll
Ehefrau von Jacob Becker

Elisabeth Römer, geb. Becker
*19.11.1801 in Kotzenbüll
† 24.04.1885 in Tönning
Tochter von Peter Becker
Ehefrau von Arrien Römer

Arrien Lammerts Römer
*02.11.1801 in Kotzenbüll
† 25.02.1878 in Kiel (Klinik)
Ehemann von Elisabeth Römer

Anna Römer
*10.12.1837 in Oldenswort
† 07.04.1893
Tochter von Arrien und Elisabeth Römer

Otto Heinrich Lammertz Römer
*08.05.1840 in Oldenswort
† 26.09.1907 in Flensburg
Sohn von Arrien und Elisabeth Römer
Ehemann von Wilhelmine Römer

Wilhelmine Elisabeth Dorothea Römer, geb. Becker
*18.06.1859 in Kotzenbüll
† 27.11.1932 in Flensburg
Tochter von Jacob und Margaretha Dorothea Becker
Ehefrau von Otto Römer


Und weitere Familienmitglieder der Familien Römer und Becker, über die es leider keine Aufzeichnungen gibt.

Familienhintergründe

Die Familien Römer und Becker waren einst sehr wohlhabende und einflussreiche Familien auf Eiderstedt. Unter anderem als Lehensmann, Kirchen- und Schulvorsteher sowie als Landespfennigmeister prägten ihre Familienmitglieder über Generationen das öffentliche Leben. Sie besaßen beachtliche Ländereien von rund 240 Demat (was heute etwa 130 Hektar entspricht) und den bekannten „Römerhof“ in der Gardinger Chaussee, der bis heute existiert. Die vermutlich im Jahr 1793 erbaute Familiengruft ist architektonisch so ausgerichtet, dass sie genau in Richtung dieses Hofes zeigt.

Zuletzt zog es den Römerhofbesitzer Otto Heinrich Römer und seine Cousine sowie Ehefrau Wilhelmine Elisabeth Dorothea Becker nach Flensburg, wo sie hochherrschaftlich und kinderlos lebten. Die Verbindung zur Heimat blieb jedoch weiterhin sehr eng. Otto Römer verstarb 1907 und Wilhelmine Becker als letzte Familienerbin im Jahr 1932. Nach ihrem Tod gingen die Ländereien als Stiftung an den damaligen Kreis Eiderstedt, während antike Einrichtungen des Hofes und wertvolles Familiensilber an das Museum Landschaft Eiderstedt übergeben wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde vieles davon jedoch leider veräußert.

Eine Ewigkeitspflege mit Währungshürden

Bereits lange vor ihrem Tod einigte man sich mit der Kirchengemeinde vertraglich darauf, dass diese die Gruft auf Ewigkeit pflegen sollte. Damals flossen zunächst im Jahr 1882 1.000 Mark, 1887 weitere 1.500 Mark an Stiftungsgeldern. Doch die große Hyperinflation von 1923 machte die Gelder über Nacht praktisch wertlos. Um die Verpflichtung zu sichern, erfolgte im Jahr 1938 ein Nachschuss aus dem Nachlass über 1.500 Reichsmark. Ein Flensburger Testamentsvollstecker riet dem damaligen Pastor dazu, das Geld sofort auszugeben, um es vor einer weiteren Entwertung zu schützen. Ob dies geschah oder ob das Geld bei der nächsten Währungsreform 1948 erneut wertlos wurde, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren.

Die Restaurierung der Gruft (2026)

Heute steht die Gruft unter Denkmalschutz. Dass sie so umfassend restauriert werden konnte, ist einer noch existierenden und von der Kirche losgelösten „Römer-Stiftung“ zu verdanken. Ein erfahrener Steinmetz und Restaurator hat die Anlage im Niederdruckverfahren gereinigt und neu verfugt. Schadhafte Teile und Aufmauerung wurden gerichtet oder ersetzt und die historische Schrifttafel neu ausgelegt. Auch die schwere Stahltür, die in die Gruft hineinführt, wurde fachgerecht repariert und im ursprünglichen Farbton gestrichen. Oberhalb der Gruft befinden sich die Gräber der Familie Römer, welche von unseren Friedhofsgärtnern liebevoll neu bepflanzt wurden. Das Innere der Gruft – in dem die Särge der Familie Becker ihre letzte Ruhe gefunden haben – schmückt eine beeindruckend aufwendige Deckenwandmalerei. Deren Restaurierung war uns aus Kostengründen jedoch leider nicht möglich. Die nun noch übrigen Stiftungsgelder sind fest dafür eingeplant, die Gruft auch in Zukunft so lange wie möglich weiter zu pflegen.

Sie haben Fehler gefunden oder wissen mehr über die Hintergründe der Gruft oder die Familien Becker und Römer? Melden Sie sich gerne bei uns in der Verwaltungszentrale.